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So, jetzt sind wir alle mal glücklich - DuMont 2009

Was drauf steht

Drei Paare im Niemandsland zwischen Single-Leben und Ehe. Der Abend vor einer Hochzeit, die Freunde feiern Polterabend im Hotel, erschöpft, betrunken und müde. Zwei von ihnen werden sich morgen das Ja-Wort geben. Aber bis dahin ist viel Zeit, und keiner hat vor, noch schlafen zu gehen. Georg und Franziska sind Braut und Bräutigam, auch wenn Franziska andere Fantasien hat. Clara schläft mit Frank und träumt dabei von ihrem Geliebten - aber der ist tot. Max ist mit Charlotte gekommen, die er hübsch nennt, Clara dagegen findet er schön, Franziska aber erotisch.
Auf engstem Raum entsteht ein zum Reißen gespanntes Netz aus Anziehung und Abstoßung, aus Attraktion und Arroganz. Eine orientierungslose Hochzeitsgesellschaft zieht durch die Etagen des Hotelgebäudes, auf der Suche nach dem Glück. Beim Bowling kegelt Frank Georg um. Max droht sich vom Dach zu stürzen. Im Pool wird Clara gerade noch vor dem Ertrinken gerettet.
Susanne Heinrich gelingt ein höchst treffendes Sittengemälde unserer Zeit, ebenso tabulos wie moralisch. »Alles ist Sex, und Liebe und Traurigkeit sind nur Ausreden, die niemand hören will.« Es wird eine lange Nacht.

Was dran ist

Bayern on3Radio - Interview

"Schreiben ist ein Seitensprung, sagt Susanne Heinrich. Ihre wahre Liebe gehört der Musik. Wenn das stimmt, dann hintergeht die 23-jährige diese Liebe schon seit Jahren, und zwar für ziemlich erfolgreiche Romanzen mit der Literatur: Ausbildung am Leipziger Literaturinstitut, Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin und Teilnahme am Ingeborg Bachmann Preis. Sieht eher nach handfester Beziehung aus, als nach heimlicher Liebschaft. (...)"

Deutschlandradio Kultur - Porträt  "Abgebrühte Romantikerin"

"Susanne Heinrich ist eine verwirrende Person. Da sitzt sie mit kurz geschnittenen, derzeit dunkelblonden Haaren, in schreiend bunten Leggins und mit einem Handtäschchen, und man glaubt, ein verträumtes Mädchen zu sehen. Aber dann sagt sie Sätze wie diese:

Ich stelle fest, dass es heute wieder eine große Sehnsucht nach Romantik gibt: also die unerfüllte Liebe als Idealform der Liebe, weil sie quasi nie enttäuscht werden kann und weil die Projektion niemals abgeglichen werden muss mit der Wirklichkeit. Das finde ich sehr feige, aber ich glaube, dass es tatsächlich fast die einzige Möglichkeit ist, romantische Liebe für sich noch zu hüten. Aber es ist eben eine Illusion."

Petra

"Ein außergewöhnlicher Roman, in dem man viele eigene Gedanken wiedererkennt. Nur hätte man sie nie so schön und poetisch ausdrücken können wie Susanne Heinrich."

titel magazin - Elementarteilchen der Liebe


"Auf eine inhaltlich wie stilistisch verblüffend souveräne Weise dekliniert die erst 24-jährige Susanne Heinrich die Liebe und die Leidenschaft in all ihren Spielarten durch. Ihr Roman, der in Echtzeit nur einige Stunden umfasst, ist ein Kammerspiel mit sublimer psychologischer Spannung und großartigen poetischen Bildern und Sentenzen. Auf fast magische Art experimentiert sie hier mit der Alchemie der Gefühle und lässt die Elementarteilchen der Liebe einen furiosen Tanz zwischen Anziehung und Abstoßung vollführen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Susanne Heinrichs Protagonisten verzweifeln an der schlichten Beobachtung, dass alle Menschenwesen biologisch kompatibel sind und vielfältige, scheinbar kontingente sexuelle Anziehung herrscht. Aber die nötige analytische und erzählerische Härte, die etwa Michel Houellebecq in seiner "Ausweitung der Kampfzone" vor fünfzehn Jahren erreichte, der eine ähnliche reductio ad sexum durchspielte - diese Härte fehlt der Autorin."

Einslive

"Ein Trip in die Abgründe von Liebe und Freundschaft."

 zitty - Interview

"Ich schreibe nur traurige Bücher (...) Meine Bücher handeln von kranken, kaputten Formen der Liebe und der Lust am Scheitern und auch der Lust am Leiden. Das ist wie mit dem Schreiben. Man scheitert ja an jedem Buch und bleibt immer hinter der Idee zurück, wie man es sich vorgestellt hatte."

Tip Berlin

"Das Miteinander wird geschildert als ewiger, auszehrender Konkurrenzkampf: Wer hat das schönste Kleid? Wer kann am meisten trinken? Dazwischen gibt es Momente der Wahrheit, vage Gesten von Zärtlichkeit und Liebe. Susanne Heinrich erzählt in ihrem atmosphärisch dichten, detailfreudigen Text Situationen, in denen sich die selbst ernannten Großstadtbohemiens von heute wieder erkennen dürften."

Freie Presse

"So, jetzt sind wir alle mal glücklich" ist ein kraftvolles und bezwingendes Erzählwerk über Paare an der Schwelle zur Familienbildung. [...] Ein wenig ist diese garstige Geschichte auch ein Künstlerroman."

Kulturnews

"Ernst, unbedingt, pathetisch. [...] Und dann bist du plötzlich erwachsen, und nichts ist in Erfüllung gegangen. Erwachsen, das heißt, Susanne Heinrich zu lesen und zu finden, dass solche Texte gar nicht so schlecht sind." 

1Live

"...dieser Roman lehnt sich weit aus dem Fenster, ist so hart und mutig pathetisch - und enthält so kluge, wache, wahre Sätze, dass man sie sich auf den Unterarm tätowieren lassen möchte."

Berliner Zeitung - Eine neue Variation des Heinrichschen Lieblingsthemas

"Man darf natürlich keine anderen, womöglich echte Probleme haben, um sich freiwillig dreihundert Seiten lang mit solchen amourösen Verzwicktheiten zu befassen. Aber selbst dann kann man sich zum Trost immer noch einen von Heinrichs hübschen Sätzen übers Bett hängen. Diesen zum Beispiel: Die Welt könnte sich zusammenfalten und in einer Streichholzschachtel verschwinden, niemand würde es bemerken."
So, jetzt sind wir alle mal glücklich